Die Homöopathie unter der Lupe

Als Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa die große Cholera-Epidemie ausbrach, entwickelte der deutsche Arzt Samuel Hahnemann ein spezielles Verfahren zur Heilung vieler Menschen. Während Medizinkollegen vermehrt auf den Aderlass setzten, der nicht unbedingt erfolgversprechend war, behandelte Samuel Hahnemann die Erkrankten mit Chinarinde, welche eine schnelle Heilung der Infektionskrankheit herbeiführte. Zuvor führte er zahlreiche Selbstversuche durch und stellte fest, dass “Ähnliches durch Ähnliches geheilt werden kann”. Das Ähnlichkeitsprinzip ist die Grundlage der Homöopathie, die heutzutage vielfältig angewendet wird, aber nicht unumstritten ist.

Die Homöopathie gehört zu den alternativen Behandlungsmethoden und steht der Schulmedizin gegenüber. Noch vor einigen Jahrzehnten standen sich Mediziner beider Sparten sehr feindlich gegenüber und übten Kritik an der jeweils anderen medizinischen Richtung aus, wobei Homöopathen meist den Kürzeren zogen. Mittlerweile wird die Alternativmedizin häufig als Begleittherapie eingesetzt und verspricht gute Heilerfolge. Seit den 80er Jahren werden homöopathische Mittel von über 70 Prozent aller in Europas praktizierenden Ärzte verschrieben, weil diese eben kaum Nebenwirkungen haben und fast von jedem Patient vertragen werden. Dennoch wird die Alternativmedizin noch immer sehr unter die Lupe genommen und kritisch beäugt. Man betitelt Homöopathen zum Teil als Kurpfuscher oder Scharlatane und kritisiert die mangelnde naturwissenschaftliche Erklärung einzelner Medikamente. “Die Wirkung der homöopathischen Mittel sie eine Täuschung, Patienten würden sich selbst betrügen, Krankheiten durch Naturheilverfahren nicht behoben”, sind  häufige Aussagen von Schulmedizinern und Forschern, die sich mit der Wirkung von homöopathischen Mittel auseinandersetzen. Der so genannte Placebo-Effekt wird von ihnen als bloße Einbildung empfunden und ist nur wenig effektiv. Dabei sprechen die Heilerfolge in der Homöopathie heute für sich. Immer mehr Menschen mit kleinen Gebrechen konsultieren einen Naturheilmediziner und lassen sich homöopathische Mittel verschreiben. Schulmediziner selbst kombinieren ihre Methoden mit denen der Homöopathen und fahren damit relativ gut und vor allem sicher. Natürlich sind der Homöopathie auch Grenzen gesetzt und der Schulmedizin wird bei schweren Operationen oder Krebserkrankungen doch der Vortritt gelassen.

Obwohl die Behandlung mit homöopathischen Mitteln meist langwierig ist, bietet sie doch viele Vorteile, was auch von Schulmedizinern sehr geschätzt wird. Es treten kaum Nebenwirkungen auf und viele Menschen profitieren vom Placebo-Effekt, weil sie an die Selbstheilungskräfte ihres Körpers glauben und die Genesung so vorantreiben. Der Zugang zu Naturheilmitteln ist mittlerweile gut und vor allem günstig, weshalb sie von Patienten mit Vorliebe verwendet werden. Der Pharmaindustrie wird seit vielen Jahren ein profitorientiertes Interesse bezüglich des Verkaufs chemischer Medikamente vorgeworfen, was im Fall der homöopathischen Mittel nicht der Fall ist. Daher erfährt die Alternativmedizin mittlerweile nicht mehr überwiegend negative Kritik.