Qualitätssicherung in der Medizin

Die Qualität im österreichischen Gesundheitswesen versteht sich als transparenter Zugang zu Informationen über die Qualität in der Medizin sowie in der medizinischen Betreuung. Dies bedeutet, dass die medizinische Versorgung der Patienten ausreichend und zweckmäßig, genau genommen patienten- und bedarfsgerecht, an der Lebensqualität jedes Einzelnen orientiert und an diese fachlich qualifiziert angepasst werden muss. Im Rahmen dieses Aspekts liegt der Fokus auf jenem Ziel, das darin besteht, die Wahrscheinlichkeit erwünschter Behandlungsergebnisse bei Patienten und im allgemeinen bei der gesamten Bevölkerung eines Landes zu erhöhen. Fazit: Das zentrale Ziel des allgemeinen Qualitätsmanagements, nämlich der Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung, im Rahmen ärztlicher Tätigkeiten ist eine bedarfsorientierte sowie individuelle und wirtschaftliche Patientenversorgung auf äußerst hohem qualitativem Niveau.

Ein wesentlicher Unterschied zum Qualitätsmanagement in anderen Bereichen besteht grundlegend darin, dass die Patienten, also die Leistungsempfänger, sowie die Zahler des jeweiligen Leistungsentgelts wie Versicherungen oder Krankenkassen nicht identisch sind.  In der Regel gestaltet es sich so, dass sich vor allem die erfahrenen und „großen“ Kostenträger dem Qualitätsmanagement sowie der profunden Qualitätskontrolle anschließen. An dieser Stelle sei weiters festgehalten, dass die Thematik der Qualitätssicherung in der Medizin besonders in den letzten Jahren im Zuge der sozialgesetzlichen Verpflichtung der Ärzte, Kliniken und Krankenkassen für die Organisation des gesamten Gesundheitswesens herausragende Wichtigkeit und Bedeutung erfahren hat.

Ebenso in Deutschland existieren zahlreiche Institutionen und Organisationen, die sich mit der Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung in der Medizin und im allgemeinen Gesundheitswesen beschäftigen und intensiv auseinandersetzen. Ausgewählte Qualitätsinstitutionen seien an folgend angeführt:

  • Ärztekammern
  • Bundesärztekammern
  • Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS)
  • Kassenärztliche Vereinigungen sowie Kassenärztliche Bundesvereinigung
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
  • Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)
  • Mitgliedsgesellschaften der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)
  • Krankenhausgesellschaften und Deutsche Krankenhausgesellschaft
  • Deutsche Rentenversicherung Bund
  • Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) – gemeinsames Institut von Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Obwohl in Deutschland eine Vielzahl unterschiedlicher Institutionen, die sich mit dem ärztlichen Qualitätsmanagement auseinandersetzen, existiert, musste zur Kenntnis genommen werden, dass keine zuverlässigen Ist-Zahlen zu den tatsächlich verursachten Behandlungsfehlern vorhanden sind. Demzufolge gilt es anzumerken, dass kein grundlegendes Element zur Planung einer profunden Qualitätssicherung in der Medizin existiert. Trotz allem wird intensiv daran gearbeitet, erste Statistiken mittels einer profunden DVD / CD Produktion zu erstellen, die im Rahmen dieser für mehr Ausklärung hinsichtlich verursachter und weiters verursachender Behandlungsfehler sorgen soll. Die produzierten DVDs und CDs sollen jedoch nur für interne Zwecke Verwendung finden. Nur gewisse Daten dieser Medien sollen der Öffentlichkeit bekanntgegeben werden.

Betrachtet man die Anzahl der Institutionen, die sich mit der ärztlichen Qualitätssicherung auseinandersetzen, die dritthöchsten Ausgaben für die Gesundheit weltweit und den nicht vorhandenden Soll-Ist-Vergleich von ärztlichen sowie medizinischen Fehlern, so kann darauf geschlossen werden, dass die Qualitätssicherung in der Medizin in Deutschland mit markanten strukturellen Problemen behaftet ist und die Elemente zur profunden Qualitätskontrolle erhebliche Probleme aufweisen.